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| Die Entstehung des Jadebusens und der Binnenmeere | | Der Meerweg verbindet den Jadebusen an der Nordseeküste mit den drei größten
niedersächsischen Binnenseen, Zwischenahner Meer, Dümmer See und Steinhuder
Meer. Gewässer, die unterschiedliche Entstehungsgeschichten haben. Bei einer
Fahrt auf dem Meerweg kann man die Auswirkungen der Kräfte beobachten, die die
norddeutsche Landschaft geprägt haben.
Der
Dümmer See und das Steinhuder Meer haben eine ähnliche Entstehungsgeschichte.
Früher wurde angenommen, dass die flachen Seen durch das Auswehen von Sand
entstanden sind. Heute geht man davon aus, dass sie am Ende der
Weichsel-Eiszeit vor 12.000 Jahren gebildet wurden. Dieser Teil
Norddeutschlands lag zu der Zeit nicht unter Gletschern, war aber eine
Kältesteppe. Im Boden sammelten sich größere Mengen Eis in Form von Linsen und
hoben die Oberfläche an. Nach dem Abschmelzen der Eislinsen blieben die Senken für
die beiden Gewässer zurück.
Die
Entstehung des Zwischenahner Meeres wird auf den Einsturz eines darunter
liegenden Salzstockes zurückgeführt. Vor 250 Millionen Jahren war
Norddeutschland ein abgetrenntes Meeresbecken, dessen Wasser verdunstete und
die Salzstrukturen zurück ließ. Salzablaugungen durch das Grundwasser führten
zum Einsturz des Salzstockes und des darüber liegenden Deckgebirges. In der so entstandenen
Geländehohlform bildete sich vor rund 12.000 Jahren das Zwischenahner Meer.
Der
Jadebusen gehört wie der Dollart und das Ijsselmeer zu den Meeresbuchten an der
südlichen Nordseeküste, die während der großen Sturmfluten des Hochmittelalters
durch Einbrüche entstanden. Die Bildung des Jadebusens begann mit der
Julianenflut am 17. Februar 1164. Weitere Sturmfluten rissen 1509 bis 1511
große Stücke der Küste ins Meer. Die Antoni-Flut vom 16. Januar 1511 bewirkte
die größte Veränderung des Jadebusens, der für kurze Zeit sogar eine Verbindung
zur Weser hatte. Die heutige Gestalt des Jadebusens wurde durch den Deichbau
und die natürliche Verlandung geprägt.
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